Gewinne 1 signiertes Exemplar von der pfeiler der gerechtigkeit

Am Ende der Leseprobe findet ihr die Gewinnfrage. Kleiner Tipp: Die Antwort ist nicht so einfach, wie es zunächst scheint.

 

Benedetto hatte die Aufgabe übernommen, für alle zu kochen, was mal besser, mal schlechter gelang, und hielt das Haus in Ordnung. Vor gut einer Woche hatte er sich selbst übertroffen. Vom Markt hatte er einen Hasen mitgebracht, den er lange mit Thymian und Rosmarin gegart hatte. Simon hatte schon lange nicht mehr etwas so Köstliches gegessen. Gelacht hatten er, Matteo und Francesco darüber, dass Benedetto zwar vorzüglich gekocht hatte, nur den Hasen zu häuten und auszunehmen hatte er lieber seinem Vater überlassen, weil er sich davor geekelt hatte.

„Mir ist nicht wohl, Simon“, ächzte Francesco, „ich fürchte, du musst allein weitermachen.“

Besorgt sah Simon den Meister an. „Hast du Fieber?“

„Nein, nein, ich bin nur müde und fühle mich kraftlos und mein Kopf schmerzt.“

„Leg dich hin. Ich schaffe es schon. Es sind nur noch die Kuchen für die Kaufleute im Fondaco dei Tedeschi zu backen. Es erstaunt mich, wie viele von ihnen trotz der Seuche noch hier sind.“

Tardelli deutete ein schwaches Kopfnicken an und schlurfte davon.

 

Simon hoffte, Philipp Hansen zu treffen, wenn er die Kuchen zu den Händlern brachte, damit dieser seine Schreiben nach Würzburg mitnahm. Er hatte Carlottas Rat damals befolgt und war zum Fondaco dei Tedeschi gegangen. Das Glück war ihm hold gewesen, denn er hatte den Kaufmann wiedergetroffen. In den Briefen an Julia und seine Schwester erzählte er von seiner Freisprechung. Er sei nun Geselle. Seit geraumer Zeit erlerne er das Zuckerhandwerk, und Julia hätte recht behalten, als sie gesagt habe: ›Teig lässt sich formen und verändern. Vielleicht kannst du ja auch damit Neues schaffen.‹ Nur sei es nun nicht Teig, sondern Zucker, der unter seinen Händen Form annehme. Von der Seuche, die Venedig heimsuchte, berichtete er nichts.

Julia hatte ihm auf seinen ersten Brief geantwortet. Das war im Frühling gewesen, nun war bereits Anfang September. Inzwischen waren die Seiten schon ganz zerknittert und abgegriffen, so oft hatte Simon sie schon gelesen. Sie schrieb von sich und ihren Eltern, dem Leben in der Stadt und von der Grundsteinlegung eines Spitals.

 

Als Simon ins Haus der Tardellis zurückkehrte, lief er die Treppe nach oben und öffnete vorsichtig die Tür zu Francescos Kammer.

„Francesco?“

Ängstlich trat Simon näher. Die Furcht, der Meister könnte die Seuche haben, ließ ihn nervös werden und schwitzen. Fest band er sein Tuch wieder um Mund und Nase. Tardelli lag schweißgebadet und mit entblößtem Oberkörper auf seiner Schlafstatt. Die Haare klebten an seinem fahlen, wächsern erscheinenden Gesicht und seine geschlossenen Augenlider flatterten. Zaghaft fasste Simon nach der rechten Hand des Kranken und zog den Arm nach oben, damit er die Achselhöhle sehen konnte. Dort waren meist die todbringenden dunklen Beulen zu sehen, glücklicherweise war nichts Auffälliges zu erkennen. Jedoch unterhalb des Kiefers entdeckte Simon eine Schwellung, allerdings ohne die verräterische Verfärbung. Tardelli jaulte vor Schmerz, riss die Augen auf und zog seine Hand zurück.

„Mich hat es erwischt, Simon. Geh weg!“, krächzte er.

 

Simon trat zwei Schritte vom Bett zurück und sog scharf die Luft ein. Zwischen dem zweiten und dritten Fingerknöchel von Tardellis rechter Hand war eine rot geränderte Wunde zu sehen, nicht größer als der Nagel eines kleinen Fingers.

 

 

WELCHER ERREGER HAT MEISTER TARDELLI NIEDERGESTRECKT?

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