Weser Kurier/Wümme-Zeitung
Autorin aus Lilienthal

Biggi Rist legt neues Buch vor

von Katja Hofmann 11.02.2019

Nach Jahren als Krimiautorin hat sich die Lilienthaler Autorin Biggi Rist nun den Historienromanen zugewandt. Am 13. Februar erscheint ihr neues Buch. Mit dem Genrewechsel ist auch ein Namenstausch verbunden.

 

Man kennt sie als Biggi Rist, eine der beiden Frauen, die es verstanden, gemeinsam ihre Leserschaft in die Welt der Kriminalromane zu entführen. Nun hat sie andere Pläne. Am 13. Februar erscheint unter dem Pseudonym Johanna von Wild Rists erster eigener Roman, der den Titel „Die Erleuchtung der Welt“ trägt und dem historischen Genre zuzuordnen ist.

„Meine bisherige Partnerin Liliane Skalecki und ich haben uns getrennt, weil wir einfach wissen wollten, ob es wohl funktioniert“, sagt Biggi Rist. „Es ist natürlich ein ganz anderes Arbeiten, wenn man sich nicht austauschen kann.“ Rist bedauere die Trennung einerseits, weil ihr die gemeinsame Arbeit immer sehr viel Spaß gemacht habe. Auf der anderen Seite sei sie der Meinung, dass dieses Soloprojekt auch viele positive Seiten habe. So müsse sie beispielsweise keine Kompromisse mehr eingehen und könne alleinige Entscheidungen treffen. „Nicht, dass das vorher ein Problem war“, betont Biggi Rist, aber es sei einfach eine neue Herausforderung.

Mit der Trennung von Liliane Skalecki ging auch ein Austausch des Namens einher, der vorne auf dem Buchcover zu lesen sein soll. Biggi Rist ist der Meinung, dass man ihren Namen fast ausschließlich mit Krimis in Verbindung bringt. Außerdem finde sie, dass Autorenname und Titel harmonieren sollten. „'Biggi Rist' und dann dahinter 'Die Erleuchtung der Welt' – das geht gar nicht!“, sagt sie lachend. Den Nachnamen „von Wild“ habe sie in ihrem Stammbaum mütterlicherseits aufgegriffen und für passend erachtet. „Und Johanna finde ich einfach schön“, so Rist.

 

ZWISCHEN SCHNOOR & SCHLACHTE 15.02.19 Kreiszeitung

Bildung, Erleuchtung und Spätmittelalter

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Wer sitzt einem da nun eigentlich gerade gegenüber, Frau von Wild oder Frau Rist? „Sagen Sie Biggi“, antwortet die Autorin Biggi Rist ganz unkompliziert. Nach mehreren Krimis, die sie gemeinsam mit Liliane Skalecki veröffentlicht hat, wandelt sie nun - wie Skalecki - auf den sprichwörtlichen Solopfaden. Unter dem Namen Johanna von Wild hat Rist diese Woche ein ganz und gar eigenes Werk veröffentlicht. Und sie hat nicht nur den Namen gewechselt, sondern auch gleich das Genre: „Die Erleuchtung der Welt“ (Gmeiner-Verlag, 406 Seiten, Preis: 15 Euro) ist kein Krimi, sondern ein historischer Roman.

„Ich lese selber sehr gerne historische Romane“, sagt Rist alias von Wild beim Gespräch in „Rauchs Cafébar“ an der Langenstraße. „Weil man sehr viel lernt und in eine andere Zeit eintaucht.“ Die Autorin, 1964 in Reutlingen geboren, siedelt ihren Spätmittelalter-Stoff in Württemberg an. Im Zentrum steht eine Person, die dort tatsächlich gelebt und gewirkt hat - Prinzessin Mechthild von der Pfalz (1419 bis 1482). Wie der Zufall es will, steht am 7. März der 600. Geburtstag eben dieser Frau an. Der Name von Mechthild von der Pfalz ist historisch eng verbunden mit der Entwicklung des Bildungs- und Hochschulwesens im Südwesten Deutschlands. „Ihr Uronkel hat die Universität Heidelberg gegründet“, sagt Rist. Mechthild von der Pfalz selbst hat Einfluss auf die Gründung der Universität Tübingen genommen.

Große Geschichten. In der „Erleuchtung der Welt“ geht es um eine Magd, die zur engsten Vertrauten von Prinzessin Mechthild von der Pfalz wird. Sie folgt ihr an Wirkungsstätten wie Stuttgart und Urach. Dann holt ihre Vergangenheit sie ein. Die Freundschaft zu Mechthild von der Pfalz wird auf eine harte Probe gestellt.

Die Autorin hat viel recherchiert für ihr Buch. Geschrieben hat sie es dann „zu Hause“, sagt Rist. „Ich schreibe nicht in Cafés, da hätte ich gar keine Ruhe. Ich brauche absolute Ruhe. Da darf nicht mal mein Mann anwesend sein.“ Und wie ist es dann mit dem Schreiben? „Man versinkt da drin und merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht.“

Apropos Zeit - um 19 Uhr stellt Rist alias Johanna von Wild ihren Roman am Donnerstag, 21. Februar, bei Leuwer (Am Wall 171) vor. Einführung: Anne Staubitz. Weitere Lesungen folgen Ende März, Anfang April auf den Spuren der Prinzessin Mechthild von der Pfalz - nämlich in Bad Urach, Rottenburg am Neckar und Böblingen.

Bleibt die Frage, wie Biggi Rist auf ihren neuen Namen gekommen ist. Auch ganz einfach: „Zu ,von Wild‘ gibt es familiäre Bezüge. Und ,Johanna‘ klingt schön.“ THOMAS KUZAJ